Laufen [2021]

Egal ob du langsam gehst und dann schnell stehst,
das Mädchen mit der Blume im Haar sich bewegt –
Es waren keine Gammler, wie für Opa feststeht
Käppchen auf dem Kopf, Fontanellen umwebt.

Schauen die Augen aus der Höhle,
Weint die Mutter laut am Bett,
auf dem Flur ist ein Gegröle,
Augen starren und er ist weg.

Rot ist die Asche auf der Bahn
Du springst raus, es weht die Fah’n,
schneller Sprung geht über die Hürde,
110m, geschafft, es war die Bürde.

Teilt du aus, dann gehst du mit,
schiebst das Rad in Ihrem Schritt;
keckes Lächeln malt dein Gesicht,
zarte Hand bekommt Gewicht.

Du hebst das Glas und prostest laut
es klirrt das Glas, die Mutter lacht,
Verse fliegen um Ihr Ohr, sichtlich erbaut,
die Tür fliegt auf, wir seh’n die Nacht,

Der Steg sticht in den See,
die Mücken um uns rum kommen vom Klee,
Der Steg ist unser Himmelbett,
am Rücken liegend blauer Himmel so fett.

Und wieder sitzt du mehr als dass du gehst,
im Kreissaal explodiert das Leben,
du sitzt hinterm Vorhang, der Anästhesist sagt Du stehst,
die Lungen geh’n auf, du tust Ihn aufheben.

Egal ob Du springt, oder freudig herläufst,
es fordert die Zeit, die die Gegenwart ersäuft,
wir laufen ein Leben lang, in die Zukunft geschleust,
es gibt kein Zurück, das was war, ist zerstreut.

P.S.: Erlaubt mir diese Vierzeiler-Attacke, aber es musste mal sein.

Dazu passt folgende Musik: