Wenn Du gehst [2019]

Wenn Du gehst hat Die Tür keinen Schlüssel im Schloss,
die Küsse auf dem Bauch sind verronnen im Nass,
die trockenen Tränen, der silbrige Blick –
Gedanken entkoppelt es gibt kein zurück.

Der Geruch Deiner Haare ist doch festgebrannt,
der Blick Deiner Augen in Wärme verschwandt.
Kämst Du doch zurück, was gäb’ ich dafür –
Ich rauf’ mir die Haare über Berge aus Bier.

Ich denk’ an die Pfützen von Wasser im Bad,
da war nicht ein Bums, wir entliebten uns fad,
wir haben ganz langsam die Leidenschaft verlorn’
über Grillwürste, Hausputz, Fruchtmüsli und Korn.

Nun sitz ich alleine am ganz toten Gleis,
bin abgekoppelt von Dir, in Gedanken ein Greis.
Wie soll ichs sagen, bin innerlich taub –
ein Mann als Schneewittchen, das Zimmer verstaubt.

Was gäb’ ich dafür die Zeit zurückzudrehn –
wir waren zu lange auf Oxytocin,
hätten wir doch bloß das Feuer entfacht,
es hätte uns weiter und höher gebracht

Vielleicht bleiben wir Freunde, was immer das ist,
wir sehn uns im Kino, fahrn Bus oder auch nicht
die Zeit heilt die Wunde? Sie höchstens vernarbt
Wir bleiben doch Freunde, die Liebe verband.

Dazu passt ganz gut “Jetzt ist Sie weg

Foto: Pixabay

Kai

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