Eine Meditation

Wir sitzen wieder in der selben Bar
der Cuba Libre schmeckt nach Süden
der Mond glänzt silbern und es leuchtet dein Haar
Das Meer ist flach, Wellen verfliegen.
Die Palmen markieren den Anfang des Traums
Der Traum geht los, umwirbelt den Raum…

wir laufen barfuß über den heißen Asphalt
im Sommer spannen die Straßen ein großes Netz,
das befahren werden kann – nach Bologna fahren wir kaum.
und doch treffen wir Tante Ceccarelli, die uns an die Adria führt –
denn dafür müssen wir links in Oberitalien abbiegen –
wir sehen den glitzernden Strand,
das salzig dampfende Meer, die Sonne, die Surfer –
der Wasserspritzer, das sonnige Glück,
die Hotels, die uns für zwei Wochen Heimat werden,
wir zertreten die Sandburgen, nur um pünktlich am Buffet zu sein,
die gebräunte Brust, das offene Hemd,
der Wein in der Karaffe, der Balkon, der unserer Handtücher trocknet
das Lachen der Kinder, die Kissenschlacht, der Schlaf an dem offenen Fenster.
Du fragst Dich, wie viele Kinder wohl hier entstanden sind.
Etwas zieht uns in die Abenddämmerung,
der Mittelmeerduft geht weg, aber

wir streifen durch das reife Kornfeld
unsere Hand streichelt die Frucht
es ist ein blutroter Abend, aber der Boden
ist noch feucht-heiß, das merken wir, weil wir barfuß laufen.
Im Hintergrund sehen wir den Trubel des Musikfestes –
Zykadenklang ist in der Luft.
Am Himmel zeigt sich kein Wölkchen, denn dieser
Moment ist absolut.
Ich nehm‘ Dich in den Arm, deine Lippen schmecken salzig,
Dein Haar ist zersaust, und wir gehen gemeinsam ein Stück des Weges
Die Musik tönt, und wir lieben sie –
die Freunde winken, es ist unser Tanz
Bald wir der Herbst den Geruch ändern –
wo Schweiß war, wird Pullover sein.
Wir tanzen umschlungen, die aufgerissenen Lider
künden vom frischen Morgen….

3+