Im Wald [2019]

Sonne scheint scharf durch die Wipfel,
Tau noch an der Wiese klebt –
Zustiegsschuhe knirschen laut
Waldweg unter Schritten bebt.

Fröhlich gehen wir – Müllers Lust,
Gedanken frei, wir atmen Kind,
Weit entfernt sind düstre Tage,
unser Ziel gedanklich winkt.

Siehst Du Bäume mächtig gar,
Unterholz gebrochen liegt,
Bärlauch klebt am Stiefel rar,
Frühling ist uns angeschmiegt.

Claudius sagt in seinem Lied
dass der Wald gar schweiget schwarz,
Vögel fliegen durchs Geäst,
Brocken führt uns durch den Harz.

Wenn in der Walpurgisnacht
Hexen um uns springen,
sitzen wir getrost beim Wein
die Lieder nie verklingen.

Bald sind wir am Waldesrand,
Wiese wird’s uns sumpfig geben
Gasthaus lacht in naher Ferne –
neuer Mut schafft neues Streben.

Foto: Pixabay

Kai

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