Zwiegespräch mit Goethe [2018]

Die unheimliche Begegnung der dritten Art passiert während einer Lesung des Faust, 1. Teil. Gespräch mit einem der Moderne verpflichteten Geist des großen Dichterfürsten 😉 Eine ironische Verbeugung.

Ich: Ich bin der Geist, der stets verneint….

Er: Und Ich der Geist der gleich los weint –
stets studiert mit heißem Mühen,
doch am Enden gehen die Kinder
vom Müller und Meier mir tierisch
auf die….
Ständig werd’ ich falsch zitiert,
drum sitz ich in der Dichterhölle –
und warte auf Erlösung, nicht geniert.
Immer werd’ ich falsch zitiert
erreich ich nicht den Olymp,
nicht das, was ich nenne Völle.

Ich: Dann bist du….

Er: Der Goethe

Ich: Oh mein Gott dann war die Buff
kein Bluff.
Bunt hast du’s gar getrieben, die Hexen
am Blocksberg haben Sie es aufgeschrieben?
Die Buff war erst der Anfang.
Dann kam die Römerin,
und du warst hin.

Goethe: Da schweb’ ich nun, ich armer Tor –
und bin so klug wie nie zuvor:
Er hat den Goethe an der Leitung,
Morgen weiß es gar die Zeitung

Ich: Goethe, alter Mann, versprich –
Dichtkunst Du – Leben, ich.
Stets studiert mit heißem Mühn.
Aber Goethe, bitte, versprich –
mach, dass sich die Reime biegen,
dass Gedanken sich verfliegen
dass der Brocken wahrsein wird –
dass die Hexen nicht gleich bocken
dass der Gretel nix passiert.

Goethe: Nach Italien sollt ich gehen
wo die Sonne lacht im Herzen gar,
wo ich einst den Egmont schrieb
wird auch meine Erlösung wahr.
Neue Reime will ich schreiben,
passend gar für alln IQ.
Dass auch Meier und der Müller sagen
“Deutsch wahr ja soooo einfach heute”

Ich: Siehst du, Goethe, alte Socke
so gefällst Du mir viel mehr –
lockre Sprüche aus der Hocke
machen, dass die Rapper sagen:
“Mann, der hat mich voll krass inspiriert”
Wenn die Reime um sich fetzen,
bist der Hölle du entronnen,
kannst du dichten, stets zur Wonne
und gar manchen Beat besetzen.

Kai

About the author

Schreibe einen Kommentar