Nach 150 Kilometern seh‘ ich dich zum ersten mal
mit deinen Hügelketten, grün betont, oft kahl,
seh‘ ich dich zum ersten mal –
klar – daheim ist’s ähnlich dunkel
doch die coole Tour die bringt dir nichts.
Mensch Junge, bleib so wie du bist.
Eingebettet war ich hier,
weg vom Alltag, weit weg von Dir
Gut gefühlt hab‘ ich mich bei
deinen Wäldern, Auen, Seen, Tieren.

Ref: Hunsrück, wenn Steine reden könnten,
nie zurück, wenn Felder flüstern könnten –
knallhart, felsenfest gönnst Du Dir nix –
tief drinnen die Courage – kein Witz.

Ein schönes Wochenende hab‘ ich hier verbracht,
mit vielen kleinen Pannen, oft gelacht.
Gut gewohnt hab ich in deinen Schiefermauern,
oft dacht ich – lang möge es dauern.
Doch Montags kam der Abschied, wachgerüttelt
aus all meinen Träumen.
Ich stieg ins Auto, die anderen lachten laut, die merkten
nicht, das sie was versäumten.
Deinen Schinderhannes, den du bargst, ich glaub‘ der könnt
ein Lied von singen –
Der dich lebte, liebte – so wie du bist, ein Sohn von Dir
schwer zu besingen.

Ref: Hunsrück, wenn Steine reden könnten,
Nie zurück, wenn Felder flüstern könnten –
knallhart, felsenfest gönnst Du Dir nix –
tief drinnen die Courage – kein Witz.

Nun sitz‘ ich wieder ganz daheim
Distanz – ganz klar – die hab‘ ich keine
Denn Deine Seele ist ein Teil
ein riesiger Teil von meiner.
Lass dich nicht unterkriegen, nicht von
Pferdsfeld, nicht von einer Stadt
nicht von Tieffliegern nicht vom Schwefelgas
Gleichgültig schüttelst du alles ab.
Bei Dir, da weiß ich, da liegt Wahrheit –
die sonst im Wein zu liegen scheint
Im Gestern, Heute, Irgendwann – mit Rückhält –
mancher Dichter meint.

In Gedenken an Johannes Bückler (1779-1803),
genannt der „Schinderhannes“ – Räuber dagobertschen
Ausmaßes 😉

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