Frühling auf der Burg [2026]

Wir trau’n uns aus der Kemenate –
der Lenz schickt uns prompt seine Pollen.
Der Besen feget den Kehraus,
neues Grün meint neues Wollen.

Macht weit die Fenster, öffnet schnell,
die Wände küsst der warme Wind.
Durch Zinnen scheint die Sonne hell,
der Reigen ist fürs Kind.

Die Zauberhüte sind drapiert,
das Burgtor steht ganz offen.
Von Drinnen klinget die Schalmei,
Wiesenduft der macht besoffen.

Die Eidechs’ huscht die Mauer entlang,
der Falke kreist am blauen Himmel.
Was Winter einst ganz dreist verschlang,
ist nun der Bienen Gewimmel.

Von Ferne klingen Glocken laut,
die Felder werden schon bestellt.
Gar manche Scheun’ wird neu erbaut,
mancher Hund in der Ferne bellt.

So steh’ ich auf dem hohen Turm
und blicke auf das ferne Land.
Vorbei die Zeit von Schnee und Sturm –
der Frühling uns wieder fand.

Das Foto (eigen) zeigt den Eingangsbereich der Burg Ronneburg bei Altwiedermus in Hessen.

Zu dem Gedicht passt folgende Musik:









Kai

About the author

Geboren 1971 in Gießen / Hessen, Lyrik-Autor