Der schmale Grat [2020]

Eine Meditation

Mit dem Rucksack Deines Lebens
wandelst Du auf dem schmalen Grat.
die Abstürze der Selbstoptimierung
hast Du längst hinter Dir gelassen,
denn innerlich weißt du,
“Tomorrow never comes”.
Irgendwie hält Dich das aufrecht.
Der Weg ist schmal, Du gehst Schritt per Schritt,
auf Dein Ziel zu – 
nicht der Gipfel, sondern der Ort, an dem Du
verweilen könntest – Matala auf 2000 m Höhe…
Der Wind bläst Dir Deine Vergangenheit um sich,
alles ist eins, und die Melange der Strudel
droht Dich, in den Abgrund zu stürzen.
Du gehst und gehst immer weiter,
denn Du hoffst auf ein Plateau des Lebens.
Der Himmel über die dir öffnet sich,
und die dunkle Bläue des Himmels unterstreicht
die Sachlichkeit Deines Denkens.
Du bist ein Seiltänzer in der Gegenwart,
die Vergangenheit hat sich längst hinter Dir
zu einem Gebirge aufgebaut. 
Der Aufbruch aus dem Morast, und gefühlte
150 Kaffeetassen später kommst Du zu 
der Erkenntnis, das der schmale Grat letztlich
nur zuspitzt, was Du eh’ weißt. 
Du bist auf der Party Deiner Jugend, und in
diesem Moment haben wir alle unser Bergzeug
in Form eines dunklen Anzuges angezogen,
egal, ob wir nun nur überleben, leben, oder uns
zu Höherem aufschwingen. 
Wir gehen den schmalen Grat von der Wiege bis 
zur Bahre, jeden Tag, in jeder Sekunde, in diesem Moment,
egal ob in Gedanken oder in der Einkaufsmeile –
sehen wir unseren Gang trotz allem nicht als Bürde,
sondern als schwingenden Seiltanz auf der Slackline unsers Lebens,
wir alle gehen diesen Gang.

 

Dazu passt folgende Musik: