SchlossNachtPark [2026]

Die Nacht ist wie eine schwarze Wand
Obelisk nicht weit –
Kaum spüre ich meine nasse Hand
Da sie den Weg nicht weist.
Nein, du wirst nicht aufgegessen,
Sagst du – und stolperst entlang.
Ich habe dir nicht aufgesessen,
Die Dunkelheit dein Handy-Licht verschlang.

Lange schon sind die Klangwellen abgeebbt,
Aufgefressen am Hang des Gebirges.
Besucher laufen wie Kometen durch die Nacht,
Werden verschluckt vom Park in stiller Andacht.
Wege, Wege, Gewirr im Park,
Geheimnisvoll erstrecken sie sich wie Adern,
Mit dessen Blutfluss wir hadern.
Wir stolpern den Park gen Westen entlang,
Schwarze Brandung spült uns an Lichtinseln.
Hoffnung stirbt ab, Bienenflügelschlag erklang,
Wir fangen noch lange nicht an zu winseln.
Gras wird sichtbar, Schwarz sich verzieht,
Helles Portal, Wunder geschieht.

Wir sind draußen.

Doch tagsüber renn’ ich der Nacht hinterher,
Was Tag grell im Lichte, wiegt nachts nicht so schwer –
Auch mancher Tag ist dunkle Nacht,
So mancher Tag hat Dunkelheit gebracht.
So manche Nacht ist wie ein Tag,
Denn nachts erstrahlen des Tages Bilder,
Gedankenfetzen wüten wilder,
Musik im Kopf, sie heftig strahlt.


Dazu passt folgende Musik:

Bild: Eigen, es zeigt das Nord-Westportal des Esterhazy-Parks in Eisenstadt / Burgenland









Kai

About the author

Geboren 1971 in Gießen / Hessen, Lyrik-Autor

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